Ostfriesischer Lebenslauf

Als ich vor einigen Jahren geboren wurde, war mir gleich ziemlich kalt, denn meine Mutter war wieder mal in ihrem Lieblingscasino, um sich mit ihrem Lieblingshobby zu beschäftigen, denn sie spielte immer sehr gern poker. Nun ja, auf jeden Fall musste ich warten, bis sie wieder zu Hause war.

 

Als ich dann in die Schule kam, musste ich in die Stadt ziehen, denn bei uns gab es keine Schule. So wohnte ich bei Onkel Heinz und Tante Frida. Wenn meine Mutter sich mal an mich erinnerte, dann tat sie das, damit ich weiß, dass sie noch am Leben ist. Sie schrieb immer sehr langsam, denn ich konnte ja schließlich nicht so schnell lesen. Einmal schrieb sie mir, dass sie umgezogen sind und dass die neue Wohnung sogar eine Waschmaschine hat. Diese Waschmaschine sei eine ganz komische Sache. Sie sagte, dass sie fünf T-Shirts hineingetan hat und dann an der Kette zog. Aber die T-Shirts hat sie danach nie wieder gesehen.

 

Vater ist in der Arbeit sehr weit gekommen, er hat nun mehr als 3.000 Leute unter sich, denn nun ist er Gärtner auf dem städtischen Friedhof. Auf jeden Fall ist er nun sehr zufrieden.

 

Ich kann mich übrigens auch nicht beklagen, denn ich habe eine tolle Arbeit in einem Swingerclub bekommen. Das ist gar nicht anstrengend, denn ich bin nur dazu zuständig, für frische Kondome zu sorgen. Auf jeden Fall glaubte ich, dass ich eine ruhige Kugel schieben kann. Aber falsch gedacht, der Verbrauch war so enorm, dass ich ständig am Rennen war, um die Behälter mit neuen Tütchen auffüllen musste. Anscheinend gibt es eine ganze Menge Leute, die wieder etwas mehr Schwung in ihr verstaubtes Liebesleben bringen müssen.

 

Nun ja, ich war auch für die Hygiene zuständig, ich musste die benutzten Handtücher einsammeln. Manchmal wird es recht spannend, vor allem wenn Pärchen den Club betreten. Das gibt allerhand Zündstoff. Er will am Geschehen so richtig mitmischen, sie will sich lieber raushalten. Da kommt es hin und wieder zu Zoff. Aber auch das ist für mich inzwischen zum Alltag geworden. Ab und zu ist es recht nett, denn auch ich darf mich manchmal mit einer frustrierten Dame abgeben. Leider ist das nur die zweite oder dritte Wahl, aber was soll´s. Im normalen Leben würde ich, so wie ich nun mal bin, sowieso keine einzige abkriegen. Darum kann ich wohl recht froh sein, dass ich einen so guten Griff getan habe.

 

12.1.12 12:43

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